Transparenz im Kindertanzunterricht

In diesem Blogartikel möchte ich darüber berichten, welche Möglichkeiten der Transparenz ich in meinem Kindertanzunterricht nutze. Warum ich Transparenz im Tanzunterricht für Kinder als wichtig empfinde, erkläre ich bereits im Blogartikel Kindertanzpädagogik darf jede_r in Österreich unterrichten.

Ein authentischer, respektvoller Umgang mit Kindern ist mir im Unterricht sehr wichtig. Transparenz empfinde ich dabei als ein besonders geeignetes Mittel. Gleichzeitig hat man durch die Transparenz im Kindertanzunterricht immer auch einen Bezug zu den Eltern beziehungsweise Begleitpersonen der Kinder.

Der erste Eindruck: Website, Social Media und Workshops

Die erste Kontaktaufnahme findet meist über meine Website, über Social Media oder über Workshops statt, die von anderen Organisationen angeboten werden. In all diesen Fällen kommen Eltern zunächst über Texte und Bilder mit meinem Tanzunterricht in Kontakt.

Deshalb ist es mir besonders wichtig, dass Bildmaterial und Texte möglichst klar zeigen, was mir im Kindertanzunterricht wichtig ist. Jede Tanzpädagogin und jeder Tanzpädagoge hat unterschiedliche Schwerpunkte und Methoden – und genau das finde ich sehr wertvoll. Denn auch Kinder sprechen auf unterschiedliche Unterrichtspersönlichkeiten, Unterrichtsinhalte und Methoden an.

In der von mir entwickelten Ausbildung zur Kindertanzpädagogin unterstütze ich angehende Pädagog*innen dabei, ihre eigene Unterrichtspersönlichkeit zu finden und zu definieren, welche Aspekte ihnen im Unterricht besonders wichtig sind. Je bewusster uns unsere Schwerpunkte sind und je besser es gelingt, diese in Bild und Text sichtbar zu machen, desto eher erreichen wir genau jene Kinder und Familien, für die unser Unterricht passend ist.

Die Schnupperstunde als zentrales Element der Transparenz

Wenn Eltern ihr Kind für ein regelmäßiges Tanzangebot anmelden möchten, bestehe ich darauf, dass das Kind zuerst eine Schnupperstunde besucht. Für viele Eltern ist das selbstverständlich, dennoch gibt es immer wieder Anfragen, bei denen Kinder aus Angst, keinen Platz zu bekommen, gleich für ein ganzes Semester angemeldet werden sollen.

Die Schnupperstunde ist mir jedoch sehr wichtig, da sich Kinder – je nach Alter – oft noch nicht gut vorstellen können, was eine Tanzstunde konkret bedeutet. Gleichzeitig kann Tanzunterricht sehr unterschiedlich gestaltet sein, sodass auch Eltern ihr Kind nur begrenzt darauf vorbereiten können.

Während der Schnupperstunde lade ich die Eltern ein beim Unterricht zuzusehen. Jede Stunde ist anders, die Dynamik verändert sich im Laufe der Zeit, aber mir ist wichtig, dass Eltern und Kinder durch die Schnupperstunde einen realistischen Einblick bekommen:

  • wie wir im Unterricht arbeiten
  • wie mein Umgang mit den Kindern ist
  • wie der Raum gestaltet ist
  • und auch, wie sich die Gruppe zusammensetzt

Gerade bei jüngeren Kindern ist es mir wichtig, dass sie auch dann noch einmal schnuppern dürfen, wenn sie bereits bei mir waren, weil auch die Gruppendynamik sehr unterschiedlich sein kann und Kinder in dem Alter ihre Interessen auch verändern ohne dass sie das immer so gut reflektieren können. Da hilft es in der Schnupperstunde Klarheit zu bekommen. 

Beim Eltern-Kind-Tanzen gilt eine Ausnahme: Da hier der Fokus stark auf dem gemeinsamen Erleben liegt, müssen Familien, die bereits teilnehmen, keine zusätzliche Schnupperstunde besuchen.

Die Schnupperstunde hilft außerdem dabei herauszufinden, ob das Kursniveau für das Kind passend ist. Manche Kinder besuchen meine Kurse schon sehr lange, andere sind neu dabei. Mir ist wichtig, dass Kinder weder unter- noch überfordert sind und Freude am Unterricht haben.

Transparenz mit Emotionen und Befindlichkeiten im Unterrichtsalltag

Neben der transparenten Kursanmeldung ist mir auch Konsistenz im Unterricht wichtig. Das bedeutet für mich:

  • Wir beginnen jede Stunde im Kreis
  • Wir beenden jede Stunde im Kreis
  • Vor dem Abschluss gibt es ein gemeinsames Spiel (ca. 2–7 Minuten)

Dieses Spiel ist keine Belohnung, sondern ein fester Bestandteil des Stundenabschlusses. 

Ich bemühe mich stets um einen respektvollen und geduldigen Umgang mit den Kindern. An müden oder anstrengenden Tagen fällt mir Geduld manchmal schwerer – auch das versuche ich transparent zu machen. Ich sage den Kindern zum Beispiel, dass ich müde bin und heute ein wenig Rücksicht brauche. Wenn meine Stimme ungeduldig klingt, erkläre ich, dass das nicht an den Kindern liegt. Ich kann gut die Gruppe zusammenhalten und mir auch durch eine laute Stimme Gehör verschaffen ohne Kinder für ihre Lautstärke oder ihre Bewegtheit zu rügen. Das ist auch meine Aufgabe als Tanzpädagog*in auf die gesamte Gruppendynamik Rücksicht zu nehmen und darauf zu achten, dass einzelne Kinder nicht in einem zu lauten oder wilden Unterrichtsgeschehen untergehen. 

Gleichzeitig lade ich die Kinder ein, mir mitzuteilen, wenn sie müde sind, sich unwohl fühlen oder Schmerzen haben – etwa nach einer Impfung oder wenn sie nach Krankheitstagen sich noch schwach fühlen. Diese Offenheit im Umgang mit Gefühlen und Körperzuständen hilft den Kindern, ihren eigenen Körper besser wahrzunehmen und zu kommunizieren, was sie brauchen. Sie lernen, dass niemand perfekt sein muss – und dass das völlig in Ordnung ist. Sie lernen ihre Bedürfnisse transparent zu machen, so dass wir als Pädagog*innen die Möglichkeit haben auf diese Bedürfnisse zu reagieren.

Wir achten gemeinsam darauf, respektvoll mit dem Unterricht umzugehen, damit wir miteinander lernen und die Stunde gut abschließen können. Diese Form der Transparenz ist mir sehr wichtig, auch wenn sie im Alltag nicht immer leicht umzusetzen ist.

Austausch mit den Eltern

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Transparenz ist für mich der Austausch mit den Eltern. Wenn mir im Unterricht Motivationsschwierigkeiten oder andere Themen auffallen, spreche ich diese an. Manchmal reicht ein kurzes Gespräch mit den Eltern, manchmal ist ein gemeinsames Gespräch mit Kind und Bezugsperson sinnvoll.

Mir ist wichtig, dass Kinder dabei Mitspracherecht haben und spüren, dass ihre Perspektive ernst genommen wird – immer mit dem Ziel, dass der Unterricht für alle Beteiligten Freude macht.

Eltern im Tanzunterricht – Nähe und Schutzraum

Die Einbindung der Eltern ist für mich über die Jahre gewachsen, besonders seit ich selbst Mutter bin. Die intensivste Form der Elternarbeit erlebe ich im Familientanzunterricht, weshalb diese Angebote seitdem einen größeren Platz in meinem Programm haben.

Ich genieße sowohl den Unterricht mit Kindern ohne Eltern im Raum als auch die lebendigeren, oft chaotischeren Familientanzangebote. Beides hat seine eigene Qualität.

Besonders ideal für den reinen Kindertanzunterricht empfinde ich Räume, in denen Eltern außerhalb des Tanzsaals zuschauen können – zum Beispiel durch eine Glaswand. Aktuell finden meine Kindertanzangebote in einem Saal statt, von dem aus Eltern aus dem Vorraum zusehen können. Auch hier bestätigen wieder Ausnahmen die Regel.

Gerade für jüngere Kinder ist die Nähe zu den Eltern oft sehr unterstützend. Die Eltern sind erreichbar ohne den Schutzraum im Tanzsaal zu stören. Kinder nutzen diese Möglichkeit meist nur gelegentlich, fühlen sich dadurch aber sicherer. Da es im Kindertanz keine klassische Eingewöhnungszeit wie im Kindergarten gibt, empfinde ich diese Lösung besonders für vier- und fünfjährige Kinder als hilfreich. Auch hier gibt es wie bei fast allen meinen Regeln Ausnahmen. In der Zeit, in der wir für die Abschlussaufführung proben, hänge ich ein Tuch über die Glastür, so dass die Aufführung für die Eltern als Überraschung geplant wird. 

Mut zur Transparenz

Als junge Tanzpädagogin hatte ich große Angst vor Transparenz – vor Fehlern, vor chaotischen Momenten im Unterricht. Heute sehe ich das anders. Kleine Fehler oder unruhige Phasen sind nicht entscheidend, wenn Eltern einen guten Gesamteindruck vom Unterricht bekommen.

Wirklich wichtig sind:

  • der respektvolle Umgang mit den Kindern
  • die sichtbaren Fortschritte
  • und vor allem die Freude an der Bewegung

Eine nicht perfekt gelungene Choreografie oder kleine Verletzungen gehören zum Bewegungslernen dazu. Wenn Eltern den Unterricht gut kennenlernen, rücken diese Aspekte in den Hintergrund.

Deshalb möchte ich alle Kindertanzpädagoginnen – auch im Sinne des Kinderschutzes – dazu ermutigen, zu überlegen, wo im eigenen Unterricht vielleicht noch ein Stück mehr Transparenz möglich ist.

Wie geht es einer Tanzpädagogin in dieser Pandemie?

Bewegung ist mein Leben. Solange ich tanze, mich bewege, geht es mir gut. Ich achte auf mich. So versuche ich, die Kontrolle über das Leben, die uns die Pandemie teilweise entzogen hat, zu bewahren. Ich bewege mich nicht nur zu Hause, trainiere für mich und tanze mit meinen eigenen Kindern. Ich habe auch begonnen, laufen zu gehen, draußen, in der Natur… ohne Ziel. Damit ich meinen Körper wieder besser spüre, im Hier und Jetzt bin und erlebe, wie es mich stärkt. Ich fühle mich gezwungen, politische Nachrichten zu verfolgen, um herauszufinden wie die Pandemie und Ihre Maßnahmen meinen Job beeinflussen. Denn er ändert sich ständig. Ich organisiere Kurse seit 2001, seit 2004 im Rahmen des Tanzzentrums. Dabei ist spontane Improvisation genauso notwendig wie weite Vorausplanung. Doch leider ist es in Österreich und den meisten anderen Ländern trotz vieler Versuche nicht gelungen, während der Pandemie so etwas wie Planbarkeit zu erreichen. Ich fühle mich oft wie im luftleeren Raum, da ich nicht weiß, welchen Weg ich als nächstes einschlagen soll. Im März 2020 habe ich begonnen, Videos für die Kinder zu produzieren. Das war ursprünglich als Übergangslösung gedacht. Inzwischen hat sich mein YouTube-Kanal mit Kindertanz-Videos und auch ein paar #selfcare-Videos für Erwachsene und TanzpädagogInnen gefüllt:

Youtube: Tanzzentrum Wien/ Dhana Loner https://www.youtube.com/channel/UCxEQqOGv8xiM2Exb-OPkt-g

Danach habe ich im April 2020 die Kurse abgesagt, um zu pausieren und mich für den Herbst zu rüsten. Mit wenigen, kleinen Gruppen bin ich gestartet und habe ab November über Zoom unterrichtet, weil auch Kleingruppen mit 6 Kindern nicht mehr erlaubt war zu halten. Im März 2021 gab es dann eine Outdoor – Klasse. Dann waren Outdoorklassen wieder verboten. Ständig haben sich die Bedingungen geändert, ständig gab es neue Ankündigungen mit Voraussetzungen, die immer wieder verworfen wurden. Planbar war und ist nichts. Der organisatorische Aufwand ist immens. Ich versuche Unterstützungen für den Verein zu organisieren und recherchiere laufend die aktuelle rechtliche Lage. (Regelmäßig schreibe ich neue Präventionskonzepte für den Unterricht.) Ich bemühe mich um direkte und rasche Kommunikation mit den Eltern der Tanzkinder, denn auch sie sind verwirrt, was aktuell gerade erlaubt ist. Zusätzlich aktualisiere ich laufend die Website (weil ich ja auch die wichtigsten Änderungen gleich versuche umzusetzen) und poste die neuesten Infos, sowie Tanzcontent auf den Social Media-Kanälen. Zugleich versuche ich, gut auf meine physische Fitness und meinen emotionalen Zustand zu achten, tausche mich mit anderen Tanzpädagoginnen aus und suche nach Wegen, mich auch unter den aktuellen Bedingungen weiterzuentwickeln.
Es hilft mir, neben der organisatorischen Arbeit und der Unterrichtsvorbereitung laufen zugehen, Yoga zu machen, über tanzpädagogische und kindertanzpädagogische Themen zu lesen, meine eigene Arbeit zu reflektieren, Online-Tanz- und Yogaeinheiten zu besuchen und mich fortzubilden. Seit März 2021 besuche ich eine Fortbildung, die mit Sicherheitskonzept auch offline abgehalten werden kann. Doch Weiterbildung auf allen Ebenen lenkt uns nur bedingt davon ab, dass das, was wir im Laufe der Jahre aufgebaut haben – in manchen Fällen unsere Haupteinnahmequelle -zu verschwinden droht. Aber die Weiterbildung hilft mir persönlich dabei, mich zu erinnern, dass es immer Menschen geben wird, für die Bewegung und Tanz Teil des Lebens sind. Die Pandemie wird immer wieder ein Ende haben und sich immer wieder neu entfachen. Doch ich bin sicher: Am Ende des Tunnels wird im Licht der Tanz wieder erstrahlen!

Tanz im Licht!

Bewegt euch!

Tanzt mit eurer Familie!

Reflektiert das bisher Geschaffene, Gelernte und entwickelt euch weiter!

Eine Pandemie, die einem die Arbeit wegnimmt, die man so sehr liebt, ist nicht einfach. Seht auch was ihr alles Neues im letzten Jahr lernen musstet und lernen durftet. Seid geduldig mit euch und umarmt euch mal wieder selbst! 

Online Kindertanz während einer Pandemie

VORTEILE DES ONLINE-KINDERTANZ-UNTERRICHTS

Kindertanz online abzuhalten – ich glaube, das konnten sich viele Tanzpädagog_innen vor einem Jahr noch gar nicht vorstellen. Und auch noch vor wenigen Monaten war es vielen unklar, ob und wie das funktionieren könnte. So ging es auch mir. Ich wappnete mich mit vielen Ersatzterminen, um einen kurzen Lockdown ohne Online-Unterricht überbrücken zu können und startete so in das Wintersemester 2020/21. Der Lockdown war dann überhaupt nicht so kurz wie erhofft und ich habe mich dazu durchgerungen, mit einigen Online-Einheiten anzufangen – in Hoffnung, die meisten Einheiten doch offline abhalten zu können. In Wien, wo ich unterrichte, kam es aber leider nicht dazu. Ich war zuerst sehr enttäuscht darüber und dann vollkommen überrascht, wie viele Kinder die Online-Einheiten viel besser als erwartet angenommen und auch nach mehr Online-Einheiten gefragt haben.

Eine Zoomeinheit zum Thema Eislaufen vom Winter 2021.

Prinzipiell bevorzuge ich weiterhin den Offline- vor dem Online-Unterricht. Trotzdem habe ich erkannt, dass der Online-Kurs auch Vorteile hat:

1. Wir haben auch in einer Pandemie, während der wir uns nicht sehen dürfen, die Möglichkeit, Tanzkurse zu geben und Tanzkurse zu genießen.

2. Wir können mit dem Online-Unterricht räumliche Distanzen überwinden und sind nicht von Angeboten in unseren Grätzeln abhängig. 

3. Wir sparen uns die Fahrtzeit, wenn wir oder unsere Kinder einen Tanzkurs besuchen.

4. Die dadurch gewonnene Zeit verwenden wir meistens zum Aufräumen. Dadurch sehen unsere Wohnungen gleich ein kleines Stück besser aus.

5. Die Kinder nehmen den Tanz mit nach Hause in ihren Alltag. Jede_r Kindertanzpädagog_in hat Ziele, die ihr oder ihm wichtig sind. Eines meiner Ziele war es immer, dass die Kinder den Tanz als Selbstverständlichkeit in ihr Leben einbauen und in ihr Zuhause integrieren. Der Tanz soll ihr Leben bereichern und durch ihr Leben soll der Tanz erstrahlen. Immer wieder gelingt mir das sehr gut, aber oft habe ich das Gefühl, dass der Tanz zu sehr seinen Platz im Tanzsaal hat. Der Online-Unterricht unterstützt mich nun dabei, eine räumliche Verknüpfung zum Alltag der Kinder herzustellen und somit ist die Chance größer ist, dass der Tanz einen Platz im täglichen Leben der Kinder erhält.

6. Die Tänzer_innen wie die Kindertanzpädagog_innen können ein Knoblauchbrot vor dem Unterricht essen, ohne dass es jemanden stört. 😉

Ich freue mich schon sehr auf den Präsenzunterricht, aber ich finde es gut, dieses Tool für mich entdeckt zu haben. Es ist jedoch keine Dauerlösung, sondern überbrückt meiner Meinung nach nur Wochen sinnvoll, aber nicht Monate.

WIE GELINGT DER ONLINE-KINDERTANZ-KURS?

Online-Tanzstunden sind für viele von uns neu und stellen uns vor ganz andere Herausforderungen als der Offline-Unterricht. Was können wir tun, damit die Online-Einheiten gut klappen? 

Die größten Herausforderungen des Online-Unterrichts im Kindertanz sind aus meiner Sicht diese:

1. Wir versuchen die Kinder vor einem Bildschirm zum Mitmachen zu aktivieren, obwohl sie meist gewohnt sind, Bildschirme zum „Abschalten“ zu nützen. 

2. Gleichzeitig ist die Interaktion in so vielen Bereichen eingeschränkt, so dass ein gewöhnlicher Kontakt mit allen Sinnen, wie wir ihn gerne haben, nicht möglich ist.

Was kann uns dabei helfen, die Kinder in Bewegung zu bringen, mit ihnen in Kontakt zu kommen und ihren Kontakt zum Tanzen zu fördern?

  1. Die Kinder müssen sich an das neue Medium, an die neue Art des Unterrichtens erst gewöhnen. Wenn ihr die Kinder vor der Pandemie bereits unterrichtet habt, knüpft an Bekanntes an. Wenn ihr eine Einheit plant, setzt Tanzelemente an den Beginn, die die Kinder kennen. Verwendet in den Tanzeinheiten immer wieder Lieder, Abfolgen von Tanzelementen und Erzählungen, die ihnen bekannt sind. 
  2. Sprecht mit den Kindern. Ich beginne die Einheiten nicht nur mit einem Ton- und Tanzplatzcheck. Ich frage die Kinder auch, wie es ihnen geht. Meiner Meinung nach ist das gerade während der Pandemie sehr wichtig. Die Kinder sind starken Einschränkungen ausgesetzt und sollen, wann immer es geht, die Möglichkeit erhalten, von sich und ihrem Befinden zu erzählen. Ich bespreche mit den Kindern anschließend den Ablauf. Meistens frage ich, ob es etwas Bestimmtes gibt, das sie unbedingt in der Einheit machen möchten und kläre mit ihnen, ob das möglich ist. Zwischen den einzelnen Abschnitten setze ich mich immer wieder mit ihnen zusammen, um zu besprechen was sie als nächstes brauchen. 
  3. Klärt zu Beginn des Unterrichtes gemeinsam mit den Eltern oder Bezugspersonen die technischen Möglichkeiten ab. Besprecht mit den Kindern und Eltern gemeinsam, wie der Platz zum Tanzen am besten genützt werden kann und welche Utensilien die Kinder für den Unterricht brauchen.
  4. Einen Online-Kurs zu besuchen ist ganz anders, als zu einem Ort zu fahren. Immer wieder vergessen die Teilnehmer_innen bzw. ihre Eltern, wann die Stunde stattfindet. Daher ist es sinnvoll, E-Mails zur Erinnerung auszuschicken. Bei den Jugendlichen, die meist schon sehr selbstständig sind, ist es sinnvoll doppelt zu kommunizieren: Sie persönlich über die Abläufe zu informieren, aber auch ihre Eltern. Wenn ich kurz vor Start sehe, dass Teilnehmer_innen nicht online sind, die sich angemeldet haben, dann frage ich meist auch noch einmal per SMS nach oder rufe an.
  5. Um die Kinder bzw. Jugendlichen mehr in den Bann zu ziehen, habe ich den Teilnehmer_innen ein Kuvert mit Materialien zum Tanzen mitgegeben. Dazu habe ich mich mit den Eltern zum Kurszeitpunkt, aber noch vor Kursstart, im Freien getroffen. Manchmal waren die Kinder mit dabei. Auch hier gab es wieder die Möglichkeit sich mit den Kindern und Eltern auszutauschen und herauszufinden, wie es den Kindern mit der Situation geht. Das Angebot wurde extrem gut angenommen und alle Teilnehmer_innen sind gekommen bzw. haben sich Freund_innen auch zusammengetan, um die Sachen abzuholen. Im Kuvert waren Sachen, die sie vom Unterricht kennen oder die ich normalerweise (ab und an) für die Kinder bastele und ihnen mitgebe. Die Kinder haben sich riesig über das Kuvert gefreut, das sie erst in der Online-Einheit aufmachen durften. 
  6. In den Kursen mit Kindern bis sechs Jahren habe ich die Eltern in den Online-Tanzkurs mit eingebunden und eine Eltern-Kind-Einheit gestaltet. Dadurch haben wir den Effekt noch einmal stärker, dass wir den Kindern den Tanz mit in den Alltag bringen, weil die Eltern, dann auch den Ablauf der Einheiten kennen. Außerdem verwende ich hier auch einige Übungen, wie z.B. leichte Hebefiguren oder Massagen, die die Verbindung zwischen Eltern und Kind unterstützen. Oft werden diese Elemente, dann auch außerhalb des Tanzkurses ausprobiert. 
  7. Für Jugendliche habe ich die Choreo, an der wir arbeiten, sowie Dehnungsübungen und Bauchmuskelübungen abgefilmt und ihnen auf youtube mit einem gesicherten Link zukommen lassen. So konnten sie auch zwischendurch üben. Manche haben diese Möglichkeit sehr oft in Anspruch genommen, andere weniger.
  8. Ich habe mich bemüht, auch ein klein wenig den Computer als Medium mit in den Tanzunterricht einzubauen: Dazu habe ich in circa jeder zweiten Einheit auch einmal kurze Videos aus dem Internet gezeigt und die Teilnehmer_innen dazu ermuntert, die Choreografien nach zu tanzen oder sich davon inspirieren zu lassen. Zum Beispiel war das beim Eltern-Kind-Tanzkurs eine Hebefigur von meinem Kanal: https://www.youtube.com/watch?v=oeCZ4ZHaOH0 oder in der Zoogeschichte tanzende Flamingos: https://www.youtube.com/watch?v=tTrh9XWCr5I Für eine Choreografie habe ich mit den Jugendlichen TikTok-Videos rausgesucht und wir haben sie nachgetanzt. 
  9. Bezüglich Technik und Onlineunterricht gibt es sehr viele Videos online. Es ist natürlich gut sich mit den Möglichkeiten der Programm auseinander zu setzen. Ich finde es grundlegend sich mit den technischen Optionen auszukennen ohne, dass wir Profis in dem Bereich sein müssen. Als Anwender_innen sollten wir auch vor der ersten Einheit die wichtigsten Werkzeuge unseres Programms zu kennen.
  10. Besucht selber unterschiedliche Online – Klassen und beobachtet was für euch gut funktioniert, schaut euch ab was ihr gerne mitnehmen wollt und vermeidet was ihr in der Einheit irritierend gefunden habt. Wenn ihr dann selber Texte zum Thema Online Kindertanz schreibt, könnt ihr sie gerne in die Facebook Gruppe Kindertanzpädagogik stellen: https://www.facebook.com/kindertanzpaedagogik
  11. Und als letzten Tipp noch eine verrückte Eigenheit vor mir. Ich verwende vor dem Unterricht immer ein erfrischendes Parfum und massiere meine Füße mit einem frisch duftendem Fußgel ein. Das braucht es in der Onlineeinheit natürlich nicht, aber als Ritual für mich, dass es sich hier um eine „richtige“ Einheit handelt, habe ich es behalten. Vielleicht habt ihr auch Rituale vor dem Unterricht, die ihr beibehält auch wenn es für den Onlineunterricht so in der Form nicht notwendig ist.
Hier ein Beispiel für ein Tanzkuvert: Zauberstab (aus buntem Papier gerollt), Zpagetti (eines meiner Lieblingstanzequipments, Luftballon, Tanzband und Papierflieger;

Ich finde, es ist wichtig, nicht so zu tun, also ob Online-Tanzkurse dasselbe sind wie Online-Einheiten. Gleichzeitig jedoch haben wir mit dem Medium auch einige neue Möglichkeiten entdeckt, die unseren Tanzunterreicht bereichern und von denen wir die eine oder andere Idee vielleicht in die Offline-Einheiten mitnehmen werden.